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Die Westküste der USA

Sehen und gesehen werden

MEIER´S WELTREISEN - Reisejournal USA Westküste - Coastline Highway no. 1
Highway no. 1 Coastline

Eureka!

Die Legende besagt, dass vor rund 2.250 Jahren der große Gelehrte Archimedes splitternackt durch Syrakus lief und beständig „Heureka!“ (zu Deutsch: Ich hab's!) ausrief – er war soeben beim Baden von einer Erkenntnis durchdrungen worden, die die gesamte Naturwissenschaft auf den Kopf stellen und als „Archimedisches Prinzip“ bekannt werden sollte. Eben diesen Ausspruch in englischer Schreibweise wählte der Bundesstaat Kalifornien als Staatsmotto, und beim Besuch der traumhaften Metropolen an der Westküste der USA wird schnell klar: Einen passenderen Spruch hätten Kaliforniens Altvordern nicht wählen können!

In engen Haarnadelkurven schlängelt sich der berühmte Highway Nr. 1 die Westküste am Pazifischen Ozean entlang, gesäumt von einigen wenigen Tankstellen, friedlich und weitgehend unauffällig – bis der Reisende auf einmal vor einem der spektakulärsten Bauwerke der Neuzeit steht, der Golden Gate Bridge. Dahinter erhebt sich, in rund vierzig Hügel gebettet und meist etwas dunstverhangen, Kaliforniens El Dorado, die wunderbare Stadt San Francisco. Bei diesem Anblick verschlägt es einem unwillkürlich die Sprache, und der berühmte Ausspruch von Archimedes kommt einem wieder in den Sinn ...

MEIER´S WELTREISEN - Reisejournal USA Westküste
Pier 39 in San Francisco

„Belle Of The Bay“: San Francisco

Ist die Brücke überquert, entfaltet sich die Stadt in ihrer vollen Pracht: San Francisco ist laut, bunt, fröhlich und weltoffen. Das wussten seinerzeit die Hippies zu schätzen, die im Stadtteil Haight-Ashbury (in den 60ern aus gutem Grund „Hashbury“ genannt) die Flower-Power-Bewegung starteten, ebenso die Homosexuellen, die, im restlichen Amerika gebrandmarkt, diese liberale Stadt zum Zentrum der Schwulenbewegung machten und mit dem Stadtrat Harvey Milk den ersten offen schwulen Politiker der USA stellten. Ob oben auf einem der Hügel (Tipp: Am schönsten bezwingen lassen sich die Steigungen mit dem Cable Car, einer Art altertümlicher Straßenbahn) oder unten am Hafen, am legendären Pier 39 – die Stadt kommt im Blümchenkleid daher und verbreitet gute Laune. Noch einen Abstecher zum Mittagessen nach China Town und danach zum Alamo Square, um die viktorianischen Herrenhäuser zu bewundern, und weiter geht die Reise zum nächsten Kronjuwel Kaliforniens, nach Los Angeles.

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„Horizontal City“: Los Angeles

Zugegeben: Auf den ersten Blick flößt einem diese Metropole gehörigen Respekt ein. Schließlich muss man, um ins Innere (oder besser: in ein Inneres) der Stadt zu gelangen, erst einmal über eine zehnspurige Autobahn, und das ist für uns Europäer eine etwas beklemmende Angelegenheit. Hat man dieses Hindernis überwunden bzw. sich an das gigantische Verkehrsaufkommen gewöhnt, stellt gerade die Weitläufigkeit von Los Angeles einen besonderen Reiz dar. Jeder der 15 Stadtbezirke bildet sein eigenes, nicht gerade kleines Reich.

Hochhäuser sind rar gesät, und richtige Wolkenkratzer findet man eigentlich nur im Zentrum der Stadt, zwischen den Kreuzungen der Hauptverkehrsadern Santa Monica Freeway/Harbor Freeway im Süden und Hollywood Freeway/Harbor Freeway im Norden. Hier führen mit zahllosen Museen, Theatern und Shopping Malls Kunst, Kultur und Konsum eine friedliche Koexistenz. Da die Entfernungen innerhalb Downtowns zu groß sind, um sie zu Fuß zurück zu legen, empfiehlt sich die Benutzung der DASH-Minibusse, die alle Sehenswürdigkeiten im 10-Minuten-Takt anfahren und sehr preiswert sind.

Ein überaus besuchenswerter Stadtteil ist natürlich der berühmte Venice Beach, und hier gibt es einen klaren Verhaltenskodex: Sehen und gesehen werden! Wer also etwas auf sich hält, ob Einheimischer oder Tourist, kehrt seine flippigste Seite nach außen, kleidet sich entsprechend und flaniert den Strand auf und ab – ein Riesenspaß! Filmfans machen natürlich noch einen Abstecher nach Hollywood, bevor sie dem Highway Nr. 1 weiter nach San Diego folgen.

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„America's Finest City“: San Diego

Hat man sich insgeheim während dieser Reise nach ein wenig Ruhe gesehnt, so hat man nun das Ziel seiner Wünsche erreicht. In keiner anderen Stadt Amerikas sind die Einwohner zufriedener als hier, und das liegt an dem entspannten Klima der Stadt. Ein Grund dafür sind sicherlich die vielen Grünflächen inmitten der Stadt (die bedeutendste ist wohl der „San Diego Zoo“, der wegen seiner Artenvielfalt und den offenen Gehegen Vielen als schönster Tierpark weltweit gilt), ein weiterer die vielen jungen, unbeschwerten – und ausnehmend hübschen – Leute, die sich vor allem im Stadtteil La Jolla am Strand tummeln und dem Nachtleben San Diegos Glanz verleihen. San Diego ist der ideale Schlusspunkt einer Reise, denn ein paar unbekümmerte Tage in dieser wirklich erfrischenden Metropole lassen einen zwar schweren Herzens, doch leichten Gemüts den Heimweg antreten.

Birgit Stelzer

 

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