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Südstaaten USA: Dixieland

MEIER'S WELTREISEN - Reisejournal Januar

All That Jazz

Die 16 Bundesstaaten der USA südlich der Mason-Dixon-Linie, zusammengefasst als „Dixieland“, sind bekannt für ihre hochherrschaftlichen Häuser mit großen Verandas, die herzhafte Küche, auch „Soul Food“ genannt, und vor allem die Musik: Liebhaber von Jazz und Swing kommen voll auf ihre Kosten. Besonders interessant ist die Entstehungsgeschichte dieser Musik, dazu muss allerdings ein nicht allzu rühmliches Kapitel der amerikanischen Geschichte aufgeschlagen werden.

Vor dem Bürgerkrieg, der die große Nation Amerika in zwei Teile spaltete, lagen in den Südstaaten der USA Freud und Leid nahe beieinander: Während die großen Plantagenbesitzer ein Leben in Luxus genossen und schöne Häuser mit luftigen Verandas, umgeben von vielen Hektar Grund, bewohnten, fristeten diejenigen, die diesen Reichtum erwirtschafteten, ein jämmerliches Dasein. Die Mehrzahl der schwarzen Sklaven, die vom afrikanischen Kontinent geraubt und in der Neuen Welt als billige Arbeitskräfte verkauft wurden, arbeiteten in sengender Hitze auf den Baum- und Zuckerrohrplantagen, die privilegierteren dienten den feinen Damen und Herren im Haus.

Um ihrem elenden Dasein wenigstens kurzzeitig zu entfliehen, machten die Sklaven gemeinsam Musik. Tagsüber auf den Feldern wurde gesungen, nach der Arbeit versammelten sich die Leibeigenen vor ihren Baracken, begleiteten ihre Lieder zusätzlich auf Instrumenten und tanzten dazu. Aus dieser afrikanischen Musik, zusammengesetzt aus Gesang und verschiedenen Rhythmusinstrumenten und im Laufe der Zeit verfeinert durch Seiten- und Blasinstrumente, entstand so gut wie jede Musikrichtung, die uns heute geläufig ist.

Die Wiege des Jazz: New Orleans

Besonders in New Orleans wurde – und wird immer noch – eine Musik von derart explosiver Kraft gespielt, dass sie später unter dem Namen „Jazz“ den Siegeszug um die ganze Welt antrat. Die Musik hat diese Stadt geprägt, und so wird an wirklich jeder Ecke musiziert, sowohl auf den Straßen als auch in unzähligen kleinen und großen Clubs. Um möglichst viele Sinne auf einmal zu verwöhnen, sollte sich der Besucher unbedingt in das wunderschön restaurierte French Quarter begeben. Hier finden sich neben vielen kleinen unbekannten auch die bekannten Jazzclubs wie die „Preservation Hall“ und das „Fritzel's“ und unzählige Restaurants mit kreolischer Küche und Seafood. Das dazugehörige theoretische Wissen lässt sich im „New Orleans Jazz Museum“ erarbeiten; wem das nicht reicht, der kann die „Alabama Jazz Hall of Fame“ in Birmingham besuchen und sich zusätzlich an den Livekonzerten erfreuen, deren Bandbreite von Boogie Woogie bis „jazz space journeys“ reicht.

MEIER'S WELTREISEN - Reisejournal Januar

Swing, and You're winning!

Der Variantenreichtum von Jazz hat eine Stilrichtung hervorgebracht, die besonders beliebt ist: Der Swing entstand in den USA in den 20er Jahren aus einer Notsituation heraus. Viele kleine Jazz-Combos, meist bestehend aus drei Musikern, schlossen sich aus Kostengründen zu größeren Formationen zusammen, und so entstanden die „Big Bands“ und mit ihnen der Swing, eine sehr eingängige und überaus tanzbare Jazzversion. Swing-Konzerte werden aufgrund der vielen Musiker in großen Hallen gegeben, und in den Südstaaten wird erwartet, dass dazu auch das Tanzbein geschwungen wird! 

Abschließend bliebe noch zu sagen, dass sich durch die Musik die Kultur der Sklaven nicht nur in den Südstaaten, sondern weltweit durchgesetzt hat, während von den großen Plantagenbesitzern nicht viel übrig geblieben ist – sozusagen eine Art späte Genugtuung. Einige der hochherrschaftlichen Anwesen wurden jedoch in Museen verwandelt, die man unbedingt besuchen sollte. Zwischen New Orleans und Baton Rouge beidseitig des Mississippis können zahlreiche der alten Herrenhäuser vormaliger Baumwollanbauer besichtigt werden. Die bekanntesten sind Oak Alley Plantation (hier wurde unter anderem „Interview with a Vampire“ gedreht), Myrtles Plantation (gebaut auf einem ehemaligen Indianerfriedhof und somit bestens für Gespenstergeschichten geeignet) und Laura Plantation, deren Besitzer Creolen waren, was sie aber nicht davon abhielt, besonders grausam mit ihren Sklaven zu verfahren.

Birgit Stelzer

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